
African Heartbradler
Florian Randacher alias Flow Bradley hat mit seiner neuen Band, den African Heartbradlern, endlich ein Album veröffentlicht: „Keep it warm“. Die African Heartbradler verdanken ihren Namen unter anderem zwei afrikanischen Sängerinnen: Abdulie Jallow und der senegalesischen Souldiva Aminata. Schon während der Zeit mit den Ausseer Harbradlern hat Flow mit Abdulie Jallow zusammengearbeitet. „Abdulie sang ein Feature auf CUBA und einen ganzen Song schon auf Volkspunk und teilt sich nun mit mir nahezu alle Songs als Impro-Riddim-Lyriker auf Keep it Warm. Aminata konnte ich eben für unsere Arbeit gewinnen - wir haben uns für diese CD zusammengerauft.“ Flow bekennt: „Ich bin froh, mal aus allen Gstanznl, Volksmusi und Ausseer Gschichtln mit dem Album African Heartbradler raus zu sein.“ Für die Coverillustrationen hat sich Florian Randacher den Kardiologen und Maler Peter Lechleitner geholt, nachdem dieser einen Blick in Florians Herz gewagt hatte.
Seine Texte sind unbeschwert, locker und charmant, manchmal aber wie auf „Dreh & Drink“ mit kritischen Spitzen gegen Babylon, wie die Rastafaris sagen würden. Mit dieser CD hat sich Flow Randacher in die Reihe der großen Weltmusiker zwischen Joe Strummer in der Spätphase und Manu Chao gestellt - auch ein paar geniale Deutschrapnummern sind dabei.
Zur CD - „Keep it warm, oh keep it warm, ´cause inside is your home!”
Das Album entführt den/die HörerIn in das Bradley Universum, das weiter nicht sein könnte. Lyrischer Reim, Emotionen und Geschichten auf der Schaukel zwischen Reggae und längst Vergangenem. Kaum ein Thema, das nicht besungen und vermusiziert wird. Freundschaft, Familie, Geschäft, Angst, Natur und Liebe. Die Philosophien die Flow auf dem Spinnrad der Vergangenheit spinnt, geben Kraft, regen zum Nachdenken an und laden ein, die Welt aus einem anderen Blickwinkel zu sehen. Künstlerisch genial begleitet von Abdulie Jallow und Aminata. Den sprachlichen Bogen spannt der Künstler dabei zwischen Englisch, Deutsch und seinen dialektalen Varianten, was keineswegs für Verwirrung sorgt, sondern ganz im Gegenteil, auch in diesem Punkt die konsequente Inkonsequenz seines Schaffens widerspiegelt, die gleichzeitig den Reiz seiner Arbeiten ausmacht. „Owa, aufi und owi gheat für mi a dazua”, singt er auf Für di und für mi und zeichnet so musikalisch die möglichen Höhen und Tiefen nicht nur einer Künstlerkarriere.
Das gesamte Album, herrlich warm produziert von Martin Six aka Bassix im Irievibrations Studio in Wien, welcher zusammen mit Markus Lechleitner aka Syrix für zahlreiche internationale Produktionen verantwortlich zeichnet.
Der Künstler gibt auch einen Rat mit auf den Weg: Don´t walk with the Bradley, I don´t want you to know, how lonely revolution can be!” und es war Zerrissenheit, die blieb……
Bleibt zu raten: „Hören Sie sich das an!“
Flow und das Afrikafest. Roots in Aussee, Graz und Afrika
Im Juni 2005 organisierten die Ausseer Schulen ein Afrikafest im Kaiserzelt in Altaussee, um einen weiteren Schulbau in Tansania zu finanzieren. Als Moderator konnte Florian Randacher gewonnen werden, der zwei afrikanische Musiker zu diesem Event vermittelt hatte: Abdulie & Aminata, wie sie damals angekündigt wurden. Bei diesem Afrikafest lernten Abdulie Jallow und Aminata also Flows Ausseer Roots kennen - er hat sich im Gegenzug fleißig im multikulturellen Graz umgesehen: „Graz ist durch das Megaphon und durch die vielen Afrikaner hier und ihre Community schon ein Grund, dass man auch hier eine „AuthenCity“ - eine kleine City der Emotionen - antrifft; speziell die Arbeit von Veronika Dreier im NIL (Kunstraum und Cafe für interkulturelle Begegnungen und gegenseitiges kulturelles Lernen) bzw. eben das Augartenschlößl mit Megaphon (Grazer Monatsjournal, das sich besonders für alle Ausgegrenzten engagiert) und Afroküche, wo witziger weise der Koch Bambu, der eh schon in Altaussee war, nun über Facebook draufkam, dass er der Cousin von Aminata ist…“ Genannte Aminata kam dann noch zu zwei anderen Afrikafesten und wurde zum Star in der Salzhausdisko nach Mitternacht. Aussee hatte vorher noch nie solche Deep-House-Nächte erlebt. Hofrat Dir. Mag. Herbert Hütter, Organisator des Afrikafests und größter Fan von Flow Randacher in Bad Aussee, wünscht sich nichts sehnlicher, als dass nun die African Hardbradler am Afrikafest 2009 als Hauptattraktion engagiert werden können.
Der Nach-Ausseer-Hardbradler-Flow
Nach der Auflösung der Ausseer Hardbradler 2004 ließ sich Flow von seinem Talent in die verschiedensten Richtungen treiben. Er versuchte sich als Solokabarettist („Funky Joking“, „Findet Heimo“), schrieb Gedichte, die in der nächsten Zeit als Buch erscheinen werden, rappte, arbeitete mit Obdachlosen und Asylsuchenden, wechselte innerhalb von Graz öfters den Wohnort, lernte Musiker und Künstler aus vielen Ländern und Sparten kennen usw. Er hat unheimlich viel gelesen und auf der Straße und in Begegnungen gelernt. Aber alles war zu vielfältig und lange Jahre konnte er keinen Fokus finden, um all diese neuen Erfahrungen zu bündeln - mit den African Heartbradlern war es ihm nun möglich, nun alle diese Erfahrungen durcharbeiten.
Heimatlosigkeit ist in der heutigen Zeit alltäglich und macht ein Projekt wie die African Heartbradler erst möglich bzw. fast zwingend. Heimat ist etwas, was man erst finden muss: „So ist es wohl auf der Welt, dass viele Leute dort nicht mehr sind, wo sie „hingehören“, doch versuchen, irgendwo einen Platz zu finden, wo sie selbst werden oder sein dürfen. Flow hat viele Erfahrungen machen müssen, um seine Stimme zu finen .“ Die schwierigen Jahre nach der Schule und den Ausseer Hardbradlern „gaben mir vielleicht die Möglichkeit, auch die Stimme bei „Keep ist warm“ so zu singen, dass viel aus einem Soul und aus einer afrikanischen Seele mitschwingt.“
Wird man bald die African Heartbradler live erleben können?
Alle Fans wünschen sich natürlich, die African Heartbradler möglichst bald auf einer Bühne zu sehen. Doch Flow will vorerst nicht live auftreten - jeder soll sich die CD zu Hause in seinem Wohnzimmer anhören, denn dieses Album soll mehr sein als eine Musik-CD. Vollgepackt mit Geschichten um und von Florian Randacher gilt es, die versteckten Sinnebenen hinter den Noten zu finden, zu verstehen und davon zu lernen. Also: Hörbuch inklusive.
Wer ist Flow Randacher laut Internet
Florian Randacher, alias Flow Bradley, Ex-Frontman der 2004 aufgelösten Ausseer Hardbradler, ist nicht klassifizierbar. Als di-plombierter Dadaist und Freund der paradoxen Intervention lehnt er vieles an kommerziell-konventioneller Kunst ab. In seinen ersten Künstlerjahren macht sich der gelernte Drummer, Linksfuß, Bassgeiger und Gitarrist Bradley durch sein eigenwilliges Liedermachen einen Namen. Nach sechs Alben an der Ausseer Hardbradler Front und tausenden verkauften Tonträgern beschließt der Amadeus-Award-Versenker Bradley den Rückzug aus der Industrie, müde vom Austausch der Macht.
Dieser ob des kommerziellen Erfolgs oft missverstandene Schritt wird Randacher unter anderem zum Abtauchen in die Tiefen der Gesellschaft nutzen. Von dort wird er kommen, zu (be)richten, was ab geht, Babe. Zwischendurch taucht Bradley dann doch inoffiziell auch unter dem Pseudonym Walter Wimmer auf, dichtend, textend und singend - auf, hinter und vor den amerikanischen Bühnen und russischen Blumenbeeten dieser Welt. Als Karrierehöhepunkte huldigt Randacher allerdings eine Nacht im selben Bett mit Dr. Kurt Ostbahn oder eine Autofahrt mit Mr. Voice (Erfinder des Mamadeus).
Die CD ist im Weltladen Bad Aussee erhältlich
Links:
http://www.myspace.com/africanheartbradler
http://www.flow.ac
http://www.blumenbeet.ru
http://www.youtube.com/watch?v=TilurRzB9Mk
http://www.youtube.com/watch?v=pJ7GVBQoU6g&feature=related
