Die EU ist weit besser als ihr Ruf
„Natürlich ist die Europäische Union nicht ideal und nur das Ergebnis von Kompromissen, die oft sehr mühsam errungen werden. Aber die Alternative dazu war im Laufe der Geschichte nur zu oft Krieg. Der Friede und die Stabilität in Europa waren noch nie so.
Das Friedenskonzept EU ist eine Erfolgsgeschichte.“ Mit dieser allgemeinen Feststellung begann Dr. Georg Tafner von der Europa-Abteilung des Landes Steiermark, der von der Europa-Handelsakademie Bad Aussee, der Wirtschaftskammer und Mondi Holiday eingeladen war, seine Ausführungen. Sein Thema war der Nutzen der EU-Mitgliedschaft für die Steiermark. Wir sind von einer Randlage in den Mittelpunkt der Alpe-Adria-Europaregion mit 17 Millionen Einwohnern gerückt. 1995 bis 1998 haben die österreichischen Unternehmen Marktanteile verloren, weil man verteidigt hat und nicht offensiv war. 2003 hatten wir aber bereits erstmals in der Zweiten Republik mehr Exporte als Importe, was man früher für ein so kleines Land für unmöglich hielt. Österreich ist der größte Nutznießer aus der Osterweiterung. Warum dann trotzdem diese EU-Skepsis? Österreich liegt bei der Zufriedenheit mit der EU immer unter dem Europaschnitt. Wir machen z. B. zu 42% die EU für die Arbeitslosigkeit verantwortlich, im Europaschnitt sagen das nur 20%. Die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit ist eindeutig eine nationale Aufgabe. „Unsere Politiker und manche Medien machen es sich oft zu leicht und schieben für vieles die Schuld nach Brüssel, weil es kein Gesicht hat. Es wird verschwiegen, dass unsere Politiker dort mitgestimmt haben.“ Die EU kostet uns weniger als unser Bierkonsum. Die Europäische Kommission kommt mit 24.000 Beamten aus, davon die Hälfte für Übersetzungen. Allein die Steiermark hat schon 8.000 Beamte. Die Politiker der Schweiz forcieren nicht umsonst einen EU-Beitritt: Obwohl er immer noch auf einem sehr hohen Niveau ist, hat der Wohlstand in der Schweiz im Vergleich zu Österreich in den letzten 10 Jahren abgenommen.
