Europa und Du
Prominente Gäste durfte Direktor HR Mag. Herbert Hütter zur Eröffnung der Ausstellung „Die EU und DU - Eine Erfolgsgeschichte mit Zukunft“ am 2. Oktober begrüßen: Den Gesandten Dr. Michael Schwarzinger, zuständig für EU-Grundsatzfragen im Bundelsministerium für europäische und internationale Angelegenheiten, Dr. Heidi Zikulnik, Leiterin des Europe Direct-Netzwerkes Steiermark und den Botschafter i. R. Dr. Wolfgang Wollte von der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik.
Nach einführenden Worten des Direktors HR Mag. Herbert Hütter, in denen er die Wichtigkeit des europäischen Arbeitsmarktes auch für die Ausseer Schüler betonte und auf die bisherigen Projekte an der Schule zum Thema EU einging, begannen die EU-Spezialisten mit Kurzvorträgen zum Thema: Österreich in der EU - was haben wir davon? Der Gesandte Michael Schwarzinger betonte das Mitspracherecht Österreichs auf allen Ebenen der EU-Institutionen. Dieses Mitspracherecht bevorzuge sogar kleine Länder wie Österreich. Trotzdem hielten sich hartnäckig Vorurteile über Brüsseler Diktate. Als Beispiel führte er an, dass eine EU-kritische Gruppe auf äußerst raffinierte Weise verbreitet hätte, dass neben jedem Würstelstand ein WC errichtet werden müsse — zahlreiche Medien hätte ohne kritische Nachfrage diese Falschmeldung abgedruckt.
Dr. Heidi Zikulnik betonte die Bemühungen der EU-Gremien bei der Kommunikation ihrer Entscheidungen, z. B. durch die Herausgabe von Weißbüchern, die Veröffentlichung aller wichtigen Verordnungen im Internet und das Betreiben einer Hotline. In ganz Europa gebe es ein Netzwerk von Institutionen, die in jeder Region wie der Steiermark Broschüren veröffentliche und der regionale Ansprechpartner sein solle. Die steiermärkische Stelle führe Veranstaltungen durch und stehe für alle Arten von Anfragen zur Verfügung. Auch die steirischen Schulen unterstütze sie bei der Wahl von Partnerschulen, geplanten Projekten und bei der Verbreitung von Informationen über die EU.
Der Botschafter i. R. Dr. Wolfgang Wolte betonte zuerst die Wichtigkeit der EU für den Frieden in Europa. Nach Jahrhunderten des Krieges habe Europa nun zu einer Friedensordnung gefunden. Österreich sei immer ein zutiefst europäisches Land gewesen. Alle großen politischen Gruppierungen hätten ab 1987 zusammengearbeitet, damit Österreich Mitglied der EU werden könne. Am 12. Juli 1989 sei dann der Beitrittsantrag gestellt worden. Seit 1995 seien wir Mitglied der Europäischen Union; seither habe sich die Kritik an der Europäischen Union in der österreichischen Öffentlichkeit aber leider verschärft. Es komme darauf an, den Lügen, die über die Union verbreitet würden, entgegenzutreten. Er appellierte an die Zuhörer, an den Wahlen zum Euroäischen Parlament teilzunehmen. Er könne sich noch an das befreiende Gefühl erinnern, als er das erste Mal habe einen Wahlzettel ausfüllen dürfen — heutzutage kämen leider viel zu wenig Menschen ihren Pflichten als Staats- bzw. EU-Bürger nach.
Bei der anschließenden Diskussion mit den Schülern wurden Fragen nach dem Wahlalter, der wirtschaftlichen Entwicklung der EU, dem Zustandekommen des Budgets der Union und zur Inflation innerhalb des europäischen Wirtschaftsraums beantwortet.


