banner_08

3 Euro für ein Moskitonetz

 

Moshi, die Stadt am Fuße des Kilimanjaro in Tansania, ist vielen Bergsteigern bekannt. Was die Touristen nicht sehen, ist beispielsweise die schlechte Situation des Gesundheitswesens in diesem Land. Die Chirurgin Sr. Dr. Urbani Lyimo vom St. Joseph-Hospital erzählte in der Handelsakademie und Handelsschule Bad Aussee sehr beeindruckend davon.


In dem Land mit 37 Millionen Einwohnern stirbt jedes vierte Kind vor dem fünften Lebensjahr. Zwei Millionen Menschen sind mit HIV infiziert. Die Lebenserwartung liegt nur bei 45 Jahren. Der Staat deckt bloß 40% des Gesundheitssystems ab, den Rest erledigen private Organisationen und Kirchen. In dieser Situation ist das Ordensspital in Moshi  mit zwei Ärzten, 10 Schwestern und 60 Betten für 170 000 Menschen zuständig. Durch österreichische Hilfe mit Sonnenkollektoren fällt jetzt wenigstens der Strom während der Operationen nicht mehr so oft aus. Die gesamte Wäsche wird noch mit der Hand gewaschen.
Und trotzdem ist das Spital ein Segen für die Menschen, wie Bilder von Operationen bei Blinddarmentzündungen oder bei wahnsinnig dicken Beinen durch Elephantiasis zeigten.


Große Probleme macht die ständige Gefahr der Malariaübertragung durch die Anophelesmücken. Besonders gefährdet sind Kleinkinder. Wer einmal durch die Malaria geschwächt ist, stellt ein leichtes Opfer für weitere Infektionskrankheiten dar. Dabei bekommt man bereits für drei Euro ein Moskitonetz, das guten Schutz bietet. Leider ist das aber bei einem Monatslohn eines Arbeiters zwischen 15 und 45 Euro trotzdem sehr viel Geld.


Schwester Urbani bedankte sich sehr für die Hilfe aus Österreich und lobte die „Ausseer Schulen für Afrika“ für ihr Engagement, auch wenn es momentan einem anderen Teil Tansanias gilt. Aber wer weiß, was durch den Einsatz der Schüler und Lehrer des Ausseerlandes noch alles möglich wird. Eine Schule und zwei kleine Gesundheitsstationen wurden ja schon gebaut.


Foto: HAK - Direktor Herbert Hütter mit dem Gast aus Tansania

moskito