
Weinseminar 5. HAK
Die letzten Wochen standen im Warenkundeunterricht der 5.HAK im Zeichen des (österreichischen) Weines. Das österreichische Weinwunder, das nun schon über 20 Jahre andauert gab für MMag. Reinhard Siegl den Anlass, den Schüler(innen) das Thema Wein in theoretischer und praktischer Form näher zu bringen.
Zum Weinseminar trafen sich 15 Schüler(innen), mit dabei auch Prof. Eva Spielmann sowie Herr Hofrat Dir. Herbert Hütter, die es sich ebenfalls nicht nehmen ließen, sich über Jahrgänge, Lagenweine, Terroir, Tanine oder Korkfehler zu informieren.
Nach einem Geschmackstraining mit einer Zucker-, Zitronen-, und Alkohollösung, wurden die ersten Weißweine „entkorkt“. Farbe, Bukett und Geschmack wurden beurteilt, wobei 2 Sauvignon Blancs vom Weingut Silberberg (Steirische Klassik), sowie ein Lagenwein (Sauvignon Blanc Therese) aus dem Hause Polz verglichen wurden.
Die 2. Verkostungsreihe stand unter dem Motto „Terroir“. Ein Blaufränkisch aus dem Hause Limbek (Neusiedlersee- Gols) wurde mit einem Blaufränkischem aus dem Hause Dorner (Mittelburgenland-Deutschkreuz) verglichen. Die Mineralik des Mittelburgenländers ließ einige verdutzt zurück. Der Golser schien gefälliger und kam wenig überraschend bei unseren „Nachwuchssommeliers“ besser an.
Die 3. Verkostungsreihe sollte uns die Eigenheiten des Tanins näher bringen. Ein Pinot Noir vom Weingut Esterhazy (Neusiedlersee-Hügelland) wurde verglichen mit einem Cabernet Sauvignon von Eduard Wachter (Südburgenland). Beim Cabernet kamen unsere „Weinspezialisten“ das erste Mal mit einem im Barrique ausgebauten Wein in Kontakt. Die Kokos-Vanille-Komponente des neuen Holzes wurde unmittelbar erkannt. Als Draufgabe gab es noch einen ungefälligen Barolo, um die Wirkung der Tanine nochmals zu verdeutlichen. Der Italiener zählte nicht zu den Lieblingsweinen der Schüler(innen), zu unharmonisch und „aneckend“ zeigte er sich.
In der 4. Verkostungsreihe kam es zur Konfrontation mit einem Weinfehler. Der Spitzenwein von Eduard Wachter (Deutsch Schützen), genannt „Donum“, wurde 2005 mit einer fehlerhaften Korkcharge versehen. „Zum Glück“ konnte eine solche Flasche aufgetrieben werden und mit einem lupenreinen 2007er-Donum verglichen werden. Tatsächlich wurde der modrige Geruch des Korkens am Korken selbst und nach einiger Zeit auch im Wein festgestellt.
Welche Weine begeisterten unsere Schüler(innen) am meisten?
- Cabernet Sauvignon, E .Wachter (Südburgenland-Deutsch Schützen)
- Cuvee Donum, E. Wachter (Südburgenland-Deutsch Schützen)
- Blaufränkisch Selection, Limbek (Neusiedlersee-Gols)
- Sauvignon Blanc Therese (Südsteiermark- Spielfeld)
Welchen Zweck erfüllt eine Weinverkostung im Rahmen des Schulunterrichts?
Dazu MMag. Reinhard Siegl: „Die Weinrebe ist eine der bedeutendsten österreichischen Kulturpflanzen. Wein richtig genießen zu können, bedeutet zuerst etwas über den Wein zu wissen, sich auf ihn einzulassen. Daher bekommen meine Schüler(innen) auch ausreichend Information, bevor auch nur ein Tropfen Wein ins Glas zum verkosten kommt. Ich sehe es auch als ein wichtiges Bildungsziel, Genussfähigkeit frühzeitig zu kultivieren. Angeleitetes Weintrinken ist eine würdige Art Alkohol zu konsumieren und soll als Alternative zum unter Jugendlichen allgemeinüblichen Wirkungstrinken wahrgenommen werden. Die zu erkennende Vielfalt des Weines soll nebenbei den Respekt vor dem Produkt selbst und der Arbeit des Winzers steigern.
